Kleines Manifesto. Eine Hommage an unsere Freund*innenschaften

[Dies ist für Euch. Mal wieder dokumentiere ich hiermit eigentlich nur die Quintessenz vieler unserer Gespräche … <3 Die Chronistin]

Freiheit
besteht für mich nicht in der Abwesenheit von Bindungen,
kann sie gar nicht.

Freiheit
besteht für mich im bewussten und lustvollen Bejahen von Bindungen, die auf Freiwilligkeit und Gegenseitigkeit beruhen und über deren Bedingungen und Formen wir, die darin Verbundenen, gemeinsam immer wieder entscheiden. (mehr…)

From Various Crushes to Committed Friendships

Cheers my friend, what a nice night this is.
And while we drink a toast to ourselves, let me tell you a story about the two of us …

Once I met this person who seemed to be quite nice. I don‘t remember when or where exactly – they just happened to be around at some point and our ways started crossing more frequently: was it at parties or demonstrations, at friends‘ or festivals, at university or in between all of that? Who can tell now …
The somewhat familiar face got connected to a name and became a person that I got to know tiny pieces about; out of each meeting, new pieces – like swapped sentences and looks – were glued to the lose bundle of impressions, as glittering, solid or ominous hints about this person and the stories of their life.
Small, fragile connections were made in this several little moments and they began to build crosslinks (mehr…)

Liebe & Politik

Liebe
meine Liebe im Allgemeinen galt immer vielen:
Freund_innen, Familie, Menschen um mich …

Liebe im Speziellen
als konkrete Sehnsucht
galt (seit ich mich erwachsen nenne) einem Einzelnen dann
wenn er mir Hoffnung (Symbol, Verknüpfung)
auf politische Entwicklung war

Gemein mit der bürgerlichen Paarbeziehung ist mir da
der Wunsch, die Sehnsucht
aus einer Bindung etwas Neues zu erschaffen,
der Keim von etwas Entstehendem, über uns Hinausgehenden zu sein

jedoch will ich keine Familie gründen
sondern Teil einer Bewegung sein (mehr…)

Confessions of a Polit Sexual

Du, ich muss dir was sagen:
Ich fühl mich politisch zu dir hingezogen.

Ja, es bringt mich etwas in Verlegenheit,
denn ich finde es politisch fast unanständig …

Aber ich sag’s dir trotzdem:
Ich hätte gern ein Politdate mit dir.

Vielleicht verrätst du mir dann –
kann ich mir bei dir politische Hoffnungen machen?

Zwischen uns könnte sich was entwickeln,
eine politische Zweierbeziehung?

Oder eher Dreierbeziehung –
politisch bin ich poly.

… Oder willst du nur ‚Genoss_innenschaft‘??

[290116]

Cheesy Lines and Poor in Language

I fell in love with your text
was the first thing I wanted to say to you

I fell for you
for all the love in your text

my mind is mixing sentences
untill all that’s left are
blank spaces

I met you
and wasn‘t prepared for your presence

I met you
in the sudden intimacy of your thoughts and memories

I met you
in the unexpected spell of your voice,
which word by word builds a path that leads to your past, crossing over to feminist statements, clearly shapeing underlying truths – known all too well – into shared moments of recognition, hope and fight… (mehr…)

Performing Distance

[this text was already old when it was written and so it is even older when being published…]

„Are we going to meet your new girlfriend tonight?“ I ask my friend who I visit for the weekend.
„No, she’s busy“ he replies. „Would you have liked to?“
„It depends“ I explain. „Not if it’s only the three of us. I‘m really not keen on that situation where I sit on the other side of the table, waving at you, smiling like an idiot, assureing No no, the two of you sit closer together, I‘ll stay here, or better two more meters away. No no, I don‘t mind that at all, look how happy and casual I act towards the two of you!“
My friend stares at me, seemingly even less puzzled than disturbed.
I might have exaggerated a bit, but this is exactly how I feel in these situations.
I call it Performing Distance.
And he obviously has no idea what I am talking about … (mehr…)

SommerRegenBrüche

DANKE
für den Sommerregenbruch
der mir nicht den Kopf
aber mein Herz gewaschen hat
und dazu der frische Fahrtwind
auf dem Rad durch Oldenburg

danke
für das Kreislaufdurchbrechen
geschenkter Krankheitstag (mehr…)

„Feminists don‘t cry (in front of men)“

Manchmal hab ich Angst.
Nicht vorm Dunkeln, nicht vor Prüfungen oder Spinnen.

Manchmal hab ich Angstzustände
dann hängt sich alles an einer Sache auf
und meine Gedanken drehen sich immer schneller
unaufhaltsam darum. (mehr…)

Wie ist Vertrauen in Strukturen möglich? (Part II – ‚taktische‘ Erwägungen)

Bestimmte Räume bewusst zu verlassen

– weil ich gemerkt habe (oft auf schmerzvolle Weise), dass meine Betroffenheiten & dementsprechend Notwendigkeiten/Bedürfnisse
hinsichtlich politischer, sozialer, persönlicher Handlungen
nicht gesehen, verstanden, respektiert, einbezogen wurden –

war für mich ein wichtiger Schritt

um meine eigenen Belange, meine Themen & Ziele,
meine Bedürfnisse, Grenzen und Kämpfe
auszuloten, zu erkennen, zu setzen.

Weil ‚Bündnispolitik‘ für mich oft klang nach: (mehr…)

Wie ist Vertrauen in Strukturen möglich? (Part I: Rant/Schimpftirade zum 8. März)

So, wie geschlechtsspezifisch ungleiche Verteilung von Reproarbeit
Lohnarbeitsverhältnisse erst ermöglicht
ermöglichen auch private Feminismus-Crashkurse, die ich halte,
meinen Freunden_Genossen
sich mit diesem Wissen (in) ihre(n) Politgruppen, Projekten, …
als legitim, profeministisch, links, …
zu profilieren

Wer macht sichtbare/unsichtbare Arbeit?
Wer kann sie machen?

Ich hab jahrelang fast nur unsichtbare Arbeit gemacht: (mehr…)