Wie ist Vertrauen in Strukturen möglich? (Part I: Rant/Schimpftirade zum 8. März)

So, wie geschlechtsspezifisch ungleiche Verteilung von Reproarbeit
Lohnarbeitsverhältnisse erst ermöglicht
ermöglichen auch private Feminismus-Crashkurse, die ich halte,
meinen Freunden_Genossen
sich mit diesem Wissen (in) ihre(n) Politgruppen, Projekten, …
als legitim, profeministisch, links, …
zu profilieren

Wer macht sichtbare/unsichtbare Arbeit?
Wer kann sie machen?

Ich hab jahrelang fast nur unsichtbare Arbeit gemacht:
innere Auseinandersetzungen, lesen, mit Freund*innen reden, sie unterstützen,
schreiben, veröffentlichen,
Beziehungsarbeit + private dude education

jetzt will ich wieder mehr
als ganze Person in die Öffentlichkeit,
auf die Straße,
auch sichtbare Politik machen

Ich habe mich umstrukturiert,
bin gefestigt in meinen Standpunkten
bringe jetzt meine eigenen Vorstellungen mit
wie Zusammenarbeit & potenzielle Strukturen sein/funktionnieren könnten, müssen
und wo nicht.

Ich habe meine Grenzen klar.

Ich fang nicht mehr bei Null an,
egal ob in politischen oder persönlichen Beziehungen.

Wo klare Ansagen,
transparente Kommunikation
& verlässliche Absprachen
nicht von Anfang an möglich, zumindest denkbar, wahrscheinlich sind:
bye bye Baby!
Damit halt ich mich nicht länger auf.

Und ich habe genug geschrieben,
andere haben genug geschrieben,
das Internet & die Welt sind voll von feministischem Wissen,
das euch problemlos zugänglich ist

Ich schreibe für mich,
um weiter zu kommen

und ich schreibe für meine Mitstreiter_innen
denen meine Gedanken Mut & Wut,
Ansporn und Anregung geben

Aber die, die es eigentlich lesen sollten
(die, die eigentlich zu Veranstaltungen zum Thema Rape Culture gehen sollten etc.)
- tun es nur, wenn sie die Umstände dazu nötigen/zwingen
(Sobald ich mehr als 3 Leser habe, bei denen ich vom Gegenteil überzeugt bin, werde ich hier einen differenzierteren Passus einfügen)

GET – FUCKING – EDUCATED!
BY YOURSELVES!

Ich werde es euch nicht mehr
hinterher tragen.
Ihr setzt euch nicht von allein damit auseinander?
Alles klar, dann braucht sich deine Crew auch nicht Feminismus auf die Fahne zu schreiben
und dann interessiert mich eure Politik eben auch nicht.

Nicht labern, Typen, handeln! Und handeln kann hier heißen: erstmal Fresse halten und lesen gehen, sowie Beziehungsarbeit üben.
Aber quatscht mich nicht mit euren feministischen Erkenntnissen voll, denn ihr habt keine Ahnung was es heißt, Erfahrungen feministischer Politik am eigenen Leib zu spüren, aus meiner Position.

Setzt euch ernsthaft
& selbstständig damit auseinander
- oder spart euch das ‚lila waschen‘
eurer Mackerbünde
aber macht euch dann auf unsere Antwort – oder schlimmer, unser komplettes Desinteresse gefasst.

Wenn ihr sichtbare Erfolge wollt
fangt erstmal mit unsichtbarer Arbeit an.

[080315]