visual impacts

Heute habe ich einen Aufkleber gesehen – mit dem Foto einer Frau, Gesicht maskiert, in Unterwäsche, bewaffnet, dazu eine antisexistische Parole.
Bestimmt eine Minute stand ich da und starrte den Aufkleber an – wegen seiner Aussage, aber auch wegen der Frau darauf. Ich starrte auf den Körper dieser Frau und dachte: „Das könnte Ich sein auf dem Foto.“ Sie sah mir tatsächlich irgendwie ähnlich.
Ich glaube es war das erste Mal, dass ich das Bild eines Frauenkörpers gesehen habe und mich damit identifizieren konnte.
Und so ungewöhnlich sehe ich nicht mal aus.
Ich bin Mitte Zwanzig und sehe zum ersten Mal das Bild eines Körpers, der mich repräsentiert, nicht kritisiert.

Fotos von mir mag ich fast nur, wenn ich sie selbst mache (& löschen kann).
Wenn mir jemand Fotos von mir unter die Nase hält kann mir das den Tag verderben.

Wenn ich bestimmte Kleidungsstücke kaufen muss, kann mir das mit vorsorglichem Unbehagen, akutem Entnervtsein und nachhallender Resigniertheit eine Woche schlechte Laune bescheren. (Daran ändern auch Umsonstläden nichts.)

Es ist scheiß Sommer und mit der größeren Hitze und den zusätzlichen Menschen auf der Straße scheint es mir an manchen Tagen ein schier unmögliches Unterfangen, halbwegs bequeme, nicht zu warme und ausreichend akzeptierte Kleidung zusammenzubasteln. Mal im Ernst, ohne Scheiß, und dabei ist mir fast egal wie ich rumlaufe.

Heute hab ich ein Foto von einer Frau gesehen, mit der(en Körper) ich mich identifizieren konnte. Einfach so und ohne gesagt zu bekommen ich solle mich ändern.
So kann das also sein!

Und falls du das nicht alles am eigenen Leib erfährst
dann überleg mal in Ruhe, wie das mit immer wiederkehrenden Bildern zusammen hängt.

[280713]