Abenteuerurlaub (oder: Wenn die Steine erwachen)

Ein bunter Strudel
von Ausblicken Orten Begegnungen Farben Geschmack und wilden Hoffnungen Frustrationen

rauscht wie Landschaften und Straßen
an mir vorbei unter mir hinweg
in Zentrifugen um mich herum

Splitter von anderen Leben
in unbekannten Autos, eingetaucht in kreuzende Wege und Lebensgeschichten
kein Herantasten Aufwärmen – Sprung ins Wasser
ohne doppelten Boden

und wir sind wo wir sind
und was wir erzählen
und wohin uns unsere Gedanken tragen
mit nichts als Pappe in der Hand
und Ziele vor Augen, die wir vielleicht
nicht erreichen
So springen wir zwischen Hoffen und Bangen
und zweifeln doch
im Grunde nicht

Und die Sehnsucht zeigt sich in vielen Bildern
und schleicht sich ins Träumen
und hämmert gewaltig und pocht und schreit
will weiter und ferner und wildes hausen
und nach hause
und versucht den bunten Faden zu packen
der hier und da aufblitzt
sich als Idee, als Bild aus der Zukunft zeigt
als Kapitel der Geschichte, in der wir jetzt stecken
       (Geschichten haben Anfang und Ende,
       doch meistens leben wir in der Mitte
       und suchen, wo jetzt die Handlung steckt)
als Möglichkeiten des anderen Lebens
des Lebens überhaupt

Und es wächst
       in leuchtend magenta (nicht rot, nicht pink, nicht lila)
ein Löwenzahn auf meiner Haut
mit tiefdunkelgrünen Wurzeln
       die sich tief in Risse zwängen, Risse sprengen
der leuchtend blüht und sich verteilt
        wer weiß wohin
        der Wind mich trägt

Und ich erwache
und das Leben ist schon da
der Frühstückstisch deckt sich, ich sehe ihm zu

Ich habe geschlafen wie ein Stein
        tief und stark und voller Leben

Und ich frage mich
zum ersten Mal

was
wenn die Steine erwachen